Das Earthship

Das Earthship ist ein Haus, welches völlig unabhängig von Strom-, Wassernetz und Heizöl in jeder Klimazone eine perfekte Wohnatmosphäre schafft und ein Leben mit außergewöhnlich geringem Einfluss in die umgebende Natur ermöglicht. Darüber hinaus verfügt es über einen Garten, in dem Obst und Gemüse bis hin zu Zitrus- und tropischen Früchten, unabhängig von der Klimazone angebaut werden können. Es stellt somit eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, ohne Ausbeutung und Verschmutzung der Umwelt und mit nur geringstem ökologischen Fußabdruck ein Leben in angenehmster Atmosphäre zu schaffen.

Das sieht auf den ersten Blick utopisch aus. Jedoch hat sich dieses Konzept schon seit den siebziger Jahren an vielen Orten der Erde bewährt.
Mike Reynolds, Architekt und Begründer des Earthships, hatte drei grundlegende Ansprüche an ein Wohnhaus:

  1. Es soll möglichst umweltverträglich gebaut werden können, indem so viele natürliche Baustoffe und wiederverwertete Materialien wie möglich verwendet werden.
  2. Das Haus soll allein durch natürliche Energiequellen versorgt werden und unabhängig von jeglichen Netzen sein.
  3. Es soll für den Durchschnittsbürger finanzierbar und ohne spezielle Baukenntnisse realisierbar sein.

Auf diesen Ansprüchen basierend entwickelte er das Earthship, welches mittlerweile über den ganzen Erdball gebaut wurde und wird.

Kurze Infos zu den Techniken:


Wärme:

Um möglichst wenig Energie zum Heizen zu benötigen, wird das Gebäude gut isoliert und auf der Südseite mit möglichst viel Glas versehen. Die einfallende Sonne erwärmt die Thermale Masse, welche die Rückseite des Gebäudes bildet und aus einer Art Erdwall besteht. Dieser Wall isoliert gleichzeitig vor niedrigen Umgebungsthemperaturen und hält die natürliche Erdwärme. Auf der verglasten Südseite dient ein Wintergarten als Temperaturpuffer und gleichzeitig als Gewächshaus.


Wasser:

Die existierenden Earthships decken ihren Wasserbedarf grundsätzlich durch Auffangen von Regen, Schnee und Kondensationswasser. Eine Filteranlage reinigt es von Bakterien und Verschmutzung auf Trinkwasserqualität. Dieses Wasser wird für alles im Haus genutzt außer die Toilettenspülung. Hierfür wird „Grauwasser“ verwendet, was gefiltertes und gereinigtes Abwasser aus Dusche und Küche ist. Die Filterung verläuft nach einem ausgeklügelten System über Filter und Pflanzenbeete.
Das „Schwarzwasser“ aus der Toilette durchläuft eine Reinigungsprozedur in einem Faultank, der mit Sonnenlicht arbeitet. Anschliesend wird es weiteren Reinigungs- und Filterprozessen in Pflanzenbeeten außerhalb des Wohnraums unterzogen, womit es dann in den natürlichen Kreislauf eingespeist wurde.


Strom:

Das Earthship produziert seinen eigenen Strom hauptsächlich aus Sonnen- und Windkraft. Der produzierte Strom wird in mehreren Akkus gespeichert. Die Energie genügt für alle im Haushalt wichtigen Geräte einschließlich Waschmaschine, Computer, Küchengeräte usw.


Nahrung:

Wie bereits erwähnt verfügt ein Earthship über einen Wintergarten, der zum einen als Temperaturpuffer zwischen Wohnraum und Außenbereich dient, dessen Pflanzen einen wichtigen Dienst bei der Wasserreinigung erweisen und in dem in verschiedensten Klimazonen alle Arten von Früchten gedeihen.
Mike Reynolds demonstriert in einem kleinen Video, dass der Wintergarten nicht nur die Möglichkeit zum Früchteanbau bietet: Zum Video!


19 Gedanken zu „Das Earthship

  1. So muss man einfach wohnen. Das ist die Zukunft! Ich geh das jetzt auch an, allerdings im flachen Münsterland. Schade, dass das Allgäu soweit weg ist. Ich würde das sehr gerne mit euch zusammen machen!

  2. Pingback: Ásott vagy fúrt kút? | Dombházat építek

  3. Ich interessiere mich sehr für diese Bauobjekte und weiß auch, dass es bestimmt hier in Deutschland große Probleme geben wird, das umzusetzen. In vielen Ländern entstehen diese Earthships, in Neuseeland, Brasilien, Spanien….aber in Deutschland hat die Baubehörde was zu melden, warum frage ich mich, wenn man ein Grundstück erstanden hat? ich frage mich auch, warum man Grundsteuer zahlen muss und sich an Bauvorschriften halten muss, die doch mit dieser Ideologie gar nichts am Hut haben. Diese wunderbare Art des Wohnens, Selbstversorgens ist Zukunft!!! WIR Menschen müssen es fordern, ich lese doch auch ständig „Im Namen des Volkes“…..also, warum nicht loslegen?

    • Sklaven dürfen eben nicht machen was sie wollen. Wo kämen wir dahin wenn aufeinmal jeder autak sein wollen würde?!?!

      Aber mal ernsthaft, Mr. Reynolds hatte ähnlich grosse Probleme mit den Behören in den USA. Und s gibt immer wieder horrorgeschichten von Selbstversorger dörfern die gebulldozert werden weil sie die Grundsteuer in den USA nicht zahlen. Ist also nicht nur Deutschland sondern auch im Land of the Free.

  4. Pingback: Das Earthship | VOASE

  5. Earthship: eine super Idee die schon beim Bauen mit gebrauchtem Material beginnt. Wie wollt ihr das umsetzen? Sind dazu schon Ideen da wie mit Flaschen oder Reifen oder einfach nur mit Baumaterial aus Abbruchhäusern.? Ein ganz tolles Projekt!! Wir Haben unseren Wintergarten aus gebrauchten Materialien wie Scheiben aus der alten Post aus Hindelang, Balken aus einem Abbruchhaus in Sonthofen, zwei Balkontüren aus einem Umbau etc verwendet. Der ganze Wintergarten hat nur sehr wenig gekostet und wir fühlen uns dort sehr wohl, gerade im Frühjahr und Herbst, wenn die Sonne diesen zusätzlichen Raum erwärmt und wir dort schon die Tage geniessen können.

    Für Euer Projekt viel Erfolg, Kraft und Durchhaltevermögen.
    Ursula

  6. Ich finde das ganz toll das Earthship.
    Unser heutiges Leben ist so unnatürlich geworden. Und wir sind so abhängig von diesen „staatlichen“ Recourcen wie Strom, Heizmittel ect. Selbst Wohnraum ist teuer und rar geworden. Und unsere Abhängigkeit davon wird sehr ausgenützt und kostet uns buchstäblich einen hohen Preis. Dabei werden Wohn- und Lebensqualität immer schlechter.

  7. Habe diese Earthships zum ersten Mal
    gestern in New Mexiko gesehen u. war
    einfach nur begeistert. Diese Bauweise
    gibt es schon seit den 70ern? Und im
    Allgäu? Wo habe ich denn die letzten Jahre
    rumgepennt? Wenn ich nur ein bisschen
    jünger wäre-auf ins Allgäu!!!!!
    Gitta

  8. Pingback: Häuser aus Müll – Faten's Lernblog

  9. Ich bin per zufall auf diese Seite gestossen, und finde die idee interessant. 🙂 ich würde den akku des stroms nicht im aussenbereich anbringen! ich würde das ihrgendwo im gut temperierten gestein eingraben.. Denn den schon jetzt müssen Li- Ion akkus gekühlt werden auserdem habe ich viele schlechte erfahrungen gemacht bei minus temperaturen..

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